Forschungsförderung für Pionierarbeit bei der Embryonalentwicklung

HFSP-Förderung für Jesse Veenvliet und seine Kooperationspartner

© Katrin Boes / MPI-CBG

Die International Human Frontier Science Program Organization (HFSPO) hat die Gewinner des Fördergprogramms für das Jahr 2026 bekannt gegeben. Jesse Veenvliet, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), erhielt für sein Kooperationsprojekt „Control of mammalian embryo patterning and morphogenesis by opto-electrochemical gradients” einen der begehrten Forschungsförderungen des HFSP-Programms.
Herzlichen Glückwunsch, Jesse!

In diesem Jahr vergab die HFSPO Forschungsstipendien an 117 der innovativsten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 31 Ländern und unterstützte damit die besten 3 % der Bewerbungen mit HFSP-Forschungsstipendien. „HFSP-Forschungsstipendien bieten den weltweit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten, neue Grenzen zu erkunden und völlig neue Welten mit neuen Möglichkeiten zu entdecken“, sagte Pavel Kabat, Generalsekretär der HFSPO. 

HFSP ist wirklich einzigartig darin, mutige Projekte zu fördern, die traditionelle Grenzen überschreiten, um zentrale offene Fragen der Biologie anzugehen. Ich freue mich sehr, dass die Gutachter und der Ausschuss von unseren ehrgeizigen Ideen ebenso begeistert waren wie wir. Es ist eine Ehre, Teil der HFSP-Gemeinschaft zu sein, und ich freue mich sehr darauf, dieses Traumprojekt mit einem großartigen Team umzusetzen.
-Jesse Veenvliet

Jesse Veenvliet teilt sich die Auszeichnung mit einer internationalen Kollegin und einem Kollegen: Eric Glowacki (Central European Institute of Technology CEITEC, Technische Universität Brünn, Tschechische Republik) und Berna Sozen (Yale University, USA). Mit ihrem gemeinsamen Projekt will das Forschungsteam die Rolle metabolischer Gradienten bei der Embryonalentwicklung untersuchen – einem komplexen und präzise koordinierten Prozess, der durch eine Kombination aus genetischen Anweisungen und Signalen aus der Umgebung der sich entwickelnden Zellen beeinflusst wird.

Aufbauend auf einem neu belebten Konzept aus dem frühen 20. Jahrhundert wonach Stoffwechselaktivität räumliche Muster erzeugen kann, die die Entwicklung steuern, wollen die Forschenden herausfinden, ob Sauerstoff und Wasserstoffperoxid – ein Nebenprodukt des Sauerstoffstoffwechsels – als Signalstoffe fungieren, die den Embryo formen und strukturieren. Durch eine Kombination aus experimenteller Embryologie, quantitativer Mikroskopie, auf Stammzellen basierenden Embryomodellen und modernsten elektrochemischen Werkzeugen werden sie versuchen, diese Moleküle systematisch zu messen und zu beeinflussen. Damit hoffen sie herauszufinden, wie metabolische Signale im Zusammenspiel mit genetischen Anweisungen die Bildung des Körperplans, wie beispielsweise der Kopf-Schwanz-Achse, steuern.

Die Early Career Grants und Program Grants bieten eine dreijährige Förderung für internationale Teams, an denen mindestens zwei Länder beteiligt sind. Von allen Teammitgliedern wird erwartet, dass sie den Fokus ihrer Forschung im Vergleich zu ihren laufenden Forschungsprogrammen erweitern und mit Teams zusammenarbeiten, die über ganz andere Fachkenntnisse verfügen als sie selbst, um so neue Ansätze für Probleme der Grundlagenbiologie zu entwickeln.
In diesem Jahr wurden aus insgesamt 1121 Absichtserklärungen 6 Early Career Grants für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und 28 Research Grants - Program vergeben; 81 davon wurden für einen vollständigen Antrag ausgewählt und konnten ihre Bewerbung einreichen. 

Gratulation an alle 2026 Gewinner!

Pressemitteilung HFSP