Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik feiert 25-jähriges Bestehen in Dresden

Zweitägige Feierlichkeiten am 24. und 25. August in Dresden mit Mitarbeitenden, Alumni und Gästen aus Politik und Wissenschaft.

Von links nach rechts: Prof. Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Meritxell Huch, Direktorin MPI-CBG, Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Prof. Stephan Grill, Direktor MPI-CBG © Katrin Boes / MPI-CBG

Auf den Punkt gebracht:

Gründung und Standort: Das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) wurde am 1. Januar 1998 offiziell gegründet. Die Entscheidung für den Standort für das neue Institut fiel auf Dresden, da die Technische Universität Dresden (TUD) einen starken technischen und ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt hatte, von dem das MPI-CBG nur profitieren konnte. Das neue Forschungsgebäude wurde in Rekordzeit errichtet – in weniger als zwei Jahren vom ersten Spatenstich bis zum Einzug am 22. Januar 2001.

Hub für interdisziplinäre biologische Forschung: Eine der Stärken des MPI-CBG ist das umfassende Verständnis dafür, wie effektive interdisziplinäre Forschung in den Lebenswissenschaften vorangetrieben werden kann. Aufbauend auf dem Erfolg des Instituts bei der Verbindung von Physik und Biologie umfasst das neue Forschungsportfolio nun auch Mathematik und künstliche Intelligenz.

Zweitägige Feier: Das Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten am 24. und 25. August umfasst eine offizielle Feierstunde mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft Patrick Cramer, der Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus Heike Graßmann, aktuellen und ehemaligen Direktoren des MPI-CBG, sowie vielen anderen Gästen.


Das MPI-CBG feiert sein 25-jähriges Jubiläum seit der Eröffnung seines Gebäudes in Dresden am 22. Januar 2001. Von Beginn an leistete das Institut einen wesentlichen Beitrag zur Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und Innovation und spielte eine Schlüsselrolle bei der Stärkung der Position Dresdens und Sachsens als international anerkannter Standort für Forschung und Innovationen.

Nach der offiziellen Gründung am 1. Januar 1998 initiierten die vier Gründungsdirektoren des MPI-CBG – Wieland Huttner, Anthony Hyman, Kai Simons und Marino Zerial – das Auswahlverfahren für einen Biophysiker als fünften Direktor und beriefen Jonathon Howard von der University of Washington in Seattle. Ivan Baines vervollständigte das Team im November 1999 und baute eine zentrale Infrastruktur auf, die allen Forschungsgruppen Zugang zu den neuesten Technologien ermöglichte. Der Bau des neuen Forschungsgebäudes begann 1999 auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots an der Pfotenhauerstraße in Dresden. Das Gebäude wurde von den finnischen Architekten Heikkinen-Komonen und Henn Architekten aus München entworfen und kostete 55 Millionen Euro.

„Wie bilden Zellen Gewebe?“ – diese zentrale wissenschaftliche Fragestellung steht im Mittelpunkt der Forschung am MPI-CBG. Ziel ist es, zu verstehen, wie auf Gewebe- und Organebene neue Eigenschaften aus molekularen und zellulären Aktivitäten entstehen. Dazu müssen verschiedene biologische Skalen miteinander verknüpft werden, wobei Molekular- und Zellbiologie mit biophysikalischer Theorie, Mathematik und systemischen Ansätzen kombiniert werden. Mit diesem multiskaligen Ansatz verfolgt das MPI-CBG das Ziel, Zusammenhänge zwischen grundlegenden zellulären Prozessen und der Architektur komplexer biologischer Strukturen aufzudecken.

Das MPI-CBG war von Anfang an als völlig neue Infrastruktur konzipiert, die ein Biotechnologie-Netzwerk mit offener Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Instituten und der Industrie bilden sollte. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden (TUD) wurde im April 2001 die „International Max Planck Research School for Molecular Cell Biology and Bioengineering“ gegründet. Das MPI-CBG spielte zudem eine Schlüsselrolle bei der Gründung von DRESDEN-concept im Jahr 2010, das Teil des Antrags der TUD im Exzellenzwettbewerb war. Ziel von DRESDEN-concept ist es, die Zusammenarbeit zwischen seinen Partnerinstitutionen zu stärken. Im Lauf der Jahre gründeten sich sechs Spin-off-Unternehmen auf der Grundlage von Forschungsergebnissen des MPI-CBG.

Das zweitägige Programm zum 25-jährigen Jubiläum am 24. und 25. August 2026 beinhaltet Keynote-Vorträge von Elly Tanaka, Direktorin am Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Vienna Biocenter, und Michael Bronstein, Gründungsdirektor des AITHYRA-Forschungsinstituts für biomedizinische künstliche Intelligenz in Wien. Am 24. August findet eine offizielle Feier mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft Patrick Cramer und der Staatssekretärin im sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, Heike Graßmann, statt. An beiden Tagen stehen rund 130 Vorträge von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern des MPI-CBG auf dem Programm.

Prof. Stephan Grill, Geschäftsführender Direktor des MPI-CBG
„Unser fantastisches Institut wird 25 Jahre! Die Aufgabe zu Beginn war klar: ein neues Institut von Weltklasse in Dresden zu schaffen, mit der Vision, zu verstehen, wie Zellen Gewebe bilden. Wir haben uns mit zentralen Forschungsfragen der Molekular-, Zell- und Entwicklungsbiologie auseinandergesetzt. Wir haben eine enge Verbindung zur Physik und zum Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme aufgebaut. Zusammen haben diese Bemühungen uns zu einem Leuchtturm gemacht, der Forschungsfelder verändert und in vielen wissenschaftlichen Bereichen wegweisend ist. Im Jahr 2017 haben wir unser Campusgelände um das Zentrum für Systembiologie Dresden erweitert. Ab 2018 haben wir dann einen starken Fokus auf Organoide gelegt. Und wir entwickeln uns stetig weiter. Lebende Systeme erzeugen Struktur auf allen Skalen, und Mathematik ist unerlässlich, um das Phänomen der Emergenz in Zellen und Geweben sowie über verschiedene Skalen hinweg zu entschlüsseln. Nach 25 Jahren ist dieses Institut in Bestform.“

Sebastian Gemkow, Sächsischer Wissenschaftsminister
„Die 25jährige Geschichte des MPI-CBG zeigt, was erreicht werden kann, wenn neugierige Forscher, ambitionierte Ideen und ein starkes wissenschaftliches Umfeld zusammenkommen. Exzellente Wissenschaft braucht eine moderne Infrastruktur, ein langfristiges Engagement und Stabilität. Deshalb investieren wir als Freistaat in unsere Universitäten und Forschungseinrichtungen und engagieren uns dafür, Sachsen zu einem attraktiven Standort für die besten Köpfe aus aller Welt zu machen. Wir feiern heute auch unser gemeinsames Engagement für wissenschaftliche Exzellenz, in dem Vertrauen, dass sich insbesondere in der Grundlagenforschung das volle Potenzial in der Zukunft entfaltet.“  

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen
“Das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik ist weit über die Grenzen Sachsens hinaus für seine exzellente Grundlagenforschung bekannt. Es steht für herausragende Arbeit auch dank einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit weiteren Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie für wertvolle Erkenntnisse, die den Boden für Innovationen unter anderem in der Biomedizin und Biotechnologie bereiten. Das Institut ist ein ganz wichtiger Teil des Wissenschaftsökosystems bei uns im Freistaat Sachsen. Mein Dank gilt allen, die an dieser Erfolgsgeschichte mitgeschrieben haben. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!”

Pressekontakt MPI-CBG
Katrin Boes
+49 351 210 2080
Email: kboes(at)mpi-cbg.de