Elisabeth Knust bei der Verleihung des Klaus-Sander-Preises im Rahmen der Konferenz „Development & Regeneration." © Jesse Veenvliet
Die Deutsche Gesellschaft für Entwicklungsbiologie (GfE) verlieh den diesjährigen Klaus Sander Preis an Elisabeth Knust, emeritierte Direktorin am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden, für ihr Lebenswerk auf dem Gebiet der Entwicklungsbiologie. Die Preisverleihung fand im Rahmen der gemeinsamen Tagung der GfE, der Niederländischen Gesellschaft für Entwicklungsbiologie (DSDB) und der Spanischen Gesellschaft für Entwicklungsbiologie (SEBD) zum Thema „Entwicklung & Regeneration“ an der Universität Potsdam statt. Elisabeth Knust hielt ihren Vortrag zur Preisverleihung am 12. März 2026 mit dem Titel „From phenotypes to function – or – the privilege to do curiosity-driven research“.
Mit ihrer wegweisenden Forschung hat sie zum Verständnis der molekularen und zellulären Mechanismen beigetragen, die der Entwicklung der Epithelzellpolarität bei der Fruchtfliege Drosophila zugrunde liegen. Die von ihrer Arbeitsgruppe identifizierten Gene sind hochkonserviert und steuern grundlegende Mechanismen, von denen viele auch für den Menschen relevant und für das Verständnis von Tumoren und anderen Pathologien von großer biomedizinischer Bedeutung sind.

Elisabeth Knust hielt ihren Vortrag zur Preisverleihung am 12. März 2026 mit dem Titel „From phenotypes to function – or – the privilege to do curiosity-driven research“.
Einige dieser Gene steuern auch wichtige Signalwege, zum Beispiel den konservierten Notch-Signalweg. Sie verhindern Netzhautdegeneration sowohl bei Fliegen als auch beim Menschen, wo ihr Verlust zur Erblindung führen kann. “Für diese Auszeichnung bin ich der GfE sehr dankbar, zumal sie auch die Bedeutung neugiergetriebener Forschung unterstreicht.
-Elizabeth Kunst
Seit 2017 verleiht die Gesellschaft für Entwicklungsbiologie (GfE) den Klaus-Sander-Preis (1929-2015) zu Ehren des Freiburger Entwicklungsbiologen, der vor allem durch seine Untersuchungen zu den Prozessen der embryonalen Musterbildung bekannt wurde. Er prägte den Begriff „phylotypisches Stadium“, ein für einen Tierstamm typisches Entwicklungsstadium. Klaus Sander knüpfte zudem an das Erbe seiner Freiburger Vorgänger August Weismann, Hans Spemann und Hilde Mangold an und entwickelte es weiter. Darüber hinaus vergab die GfE zusammen mit der SEBD den José-Campos-Ortega-Preis zur Würdigung herausragender Forschung und Tätigkeit auf dem Gebiet der Entwicklungsneurobiologie sowie den Hilde-Mangold-Preis, der sich an junge Wissenschaftler richtet.
Elisabeth Knust, geboren 1951, promovierte 1979 in Biologie an der Universität Düsseldorf und arbeitete als Postdoktorandin am Institut für Klinische Virologie der Universität Erlangen-Nürnberg (1980–1983). Von 1983 bis 1988 war sie Assistenzprofessorin am Institut für Entwicklungsbiologie der Universität zu Köln und von 1988 bis 1990 Heisenberg-Stipendiatin an der Universität zu Köln und der University of Boulder, Colorado. 1990 wurde sie ordentliche Professorin für Entwicklungsbiologie an der Universität zu Köln und wechselte 1996 als ordentliche Professorin und Leiterin des Instituts für Genetik an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 2007 wurde sie Direktorin am MPI-CBG. Elisabeth Knust erhielt 1997 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis. Seit 2019 ist sie Direktorin Emerita.