Gäste beim Heimspiel Wissenschaft in Kaltwasser © Katrin Boes / MPI-CBG
Wie organisieren sich Zellen in einem Organismus zu Geweben? Am 12. Juni 2026 besuchten Katrin Boes, Wissenschaftskommunikatorin am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), Ina Hollerer, Molekularbiologin, und Eric Geertsma, Biochemiker, beide Forschende am MPI-CBG, den Ort Kaltwasser in der Gemeinde Neißeaue. Die Veranstaltung fand im Rahmen eines Heimspiels Wissenschaft statt – das erste des MPI-CBG. Heimspiel Wissenschaft bringt Forschende und im Forschungsbereiche Mitarbeitende, die aus ländlichen Regionen stammen, zurück in ihre Heimatorte. Dort erzählen sie, worüber, wie und warum sie forschen und was das mit unserem Leben zu tun hat. So wird Wissenschaft und Forschung in der Kneipe um die Ecke, im Gemeindehaus, im Sportvereinsheim oder auf dem Dorfplatz greifbar.
In drei kurzen, anschaulichen Vorträgen ging es um die Forschung am MPI-CBG. In ihrem Vortrag erklärte Katrin Boes, die in Kaltwasser aufgewachsen ist, unter anderem, was Grundlagenforschung ist und warum diese so wichtig ist. Eric Geertsma zeigte in seinem Vortrag anhand eines selbst gedrehten Videos, was Proteine sind und wie deren Funktion zur menschlichen Gesundheit und Erkrankung beiträgt, zum Beispiel beim Hören oder wie durch fehlerhafte Proteine ein Hirnödem entstehen kann. Ina Hollerer stellte in ihrem Vortrag die Frage, ob Wissenschaft sich widerspricht, und zeigte anhand des Atommodells, dass Wissenschaft immer nur Modelle auf Basis des zu dieser Zeit vorhandenen Wissens erstellen kann und sich diese Modelle mit der Zeit immer weiterentwickeln.
Nach den Vorträgen gab es viele Fragen von den Gästen und es war Zeit für ausführliche Gespräche. Unter einem Mikroskop konnten die Gäste den Fadenwurm C. elegans beobachten. Die Gäste hatten großes Interesse sowohl an den wissenschaftlichen Inhalten als auch daran, mehr darüber zu erfahren, wie Wissenschaftler denken und arbeiten.

Katrin Boes, Ina Hollerer, Eric Geerstma (von links nach rechts). © Evelin Bergmann
Heimspiel Wissenschaft wurde als Verbundprojekt der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Wissenschaftskommunikationsagentur con gressa GmbH und dem #WisskommLab der Universität Heidelberg zwischen 2022 und Ende 2024 vom BMBF im Rahmen der Wissenschaftsjahre gefördert. Das Projekt wird von con gressa als organisierendem Partner in Absprache mit der HRK fortgeführt.
Das “Heimspiel Wissenschaft – Edition Max-Planck” ist für die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) als außeruniversitäre Forschungseinrichtung spannend. Die MPG steht vor allem für Grundlagenforschung, deren Vermittlung an eine breite Öffentlichkeit auch herausfordernd sein kann. Das „Heimspiel“-Format bietet einen spannenden Ansatz, der Möglichkeiten für einen direkten Austausch schafft und die Wissenschaft einem Publikum auf dem Land näherbringt. Denn bei diesem Format geht es nicht in erster Linie um klassische Fachvorträge. Vielmehr steht der persönliche Austausch im Vordergrund: Wer sind die Menschen hinter der Forschung? Wie sieht ihr Alltag aus? Was hat sie zur MPG gebracht?