Kurs zur Physikalischen Biologie der Zelle

Interdisziplinärer Minikurs von Rob Phillips und Jané Kondev

Gruppenfoto aller Kurs-Teilnehmenden vor dem Institut, grün-blauer Hintergrund

Gruppenfoto der Kursteilnehmenden. © Katrin Boes / MPI-CBG

Vom 5. bis 9. Oktober veranstalteten das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) und das Exzellenzcluster „Physik des Lebens“ (PoL) an der TU Dresden einen einwöchigen Kurs zur physikalischen Biologie der Zelle. Die Veranstaltung fand am MPI-CBG statt und brachte rund 60 Forschende aus den Lebenswissenschaften in Dresden  zusammen, die sich für die quantitative Analyse lebender Materie interessierten. Der Kurs fand bereits zum dritten Mal am MPI-CBG statt, mit früheren Veranstaltungen in den Jahren 2022 und 2024. Im Mittelpunkt des Kurses stand die Frage: „Wie können Physik und Mathematik uns helfen, lebende Systeme zu verstehen?“

Der Kurs wurde von zwei führenden Biophysikern geleitet: Rob Phillips, Fred-und-Nancy-Morris-Professor für Biophysik, Biologie und Physik am California Institute of Technology, und Jané Kondev, William-R.-Kenan-Jr.-Professorin für Physik an der Brandeis University. Um zu untersuchen, wie einfache physikalische und mathematische Ideen tiefgreifende Einblicke in biologische Systeme liefern können, verband der Kurs Vorlesungen mit Übungen zur Problemlösung und praktischen Computer-Tutorials.

Phillips und Kondev konzentrierten sich gemeinsam mit Lehrassistentin Sara Mahdavi nicht auf die Vermittlung bestimmter technischer Fähigkeiten, sondern auf die Entwicklung einer Denkweise: Wie lassen sich physikalisches und mathematisches Denken nutzen, um Fragen in den Lebenswissenschaften zu stellen und zu beantworten? Die Teilnehmer setzten sich beispielsweise mit der Diffusion als Nullhypothese der Biologie für Dynamik oder mit aktiver Materie und Phasentrennung auseinander, um zu verstehen, wie komplexe Organisation in biologischen Systemen entsteht.

Rob Phillips, bekannt für seinen innovativen und philosophischen Unterrichtsstil, zerlegte komplexe Themen in überschaubare Teile, sodass die Zuhörer wichtige Erkenntnisse mitnehmen konnten. Phillips hat international einen hervorragenden Ruf als Dozent und reist viel, um den Kurs an verschiedenen Instituten zu halten. Für seine unkonventionellen und hervorragenden Lehrfähigkeiten erhielt Phillips den Richard-P.-Feynman-Preis für hervorragende Lehre 2021, die höchste Auszeichnung des Caltech im Bereich Lehre.