Förderung von innovativen Ideen und Spitzenforschung

Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates für Pavel Tomancak

Copyright: MPI-CBG

Der Europäische Forschungsrat (ERC) präsentierte die Vergabe seiner prestigeträchtigen Advanced Grants an 185 führende Forscher. Das ERC-Advanced Grants fördern exzellente Wissenschaftler verschiedener Bereiche in einer Phase ihrer Karriere, in der sie bereits etablierte Forschungsleiter sind mit anerkannten Forschungserfolgen in den letzten zehn Jahren. Mit dabei ist Pavel Tomancak, Forschungsgruppenleiter am MPI-CBG, mit seinem Projektantrag „Impact of yolk-cellular blastoderm-egg shell interactions on the evolution of animal gastrulation“ mit dem Akronym GHOSTINTHESHELL. Er erhält eine Förderung von 2,3 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Herzlichen Glückwunsch!

Der Sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow gratuliert Pavel Tomancak: "ERC Grants sind eine hohe Auszeichnung für Forscherinnen und Forscher in Europa. Die Konkurrenz ist enorm. Mein Glückwunsch daher zu diesem Erfolg, der auch ein Beleg ist für die bisherige herausragende wissenschaftliche Leistungsbilanz ist – und viel Erfolg bei der weiteren Arbeit."

Im Rahmen dieses Projekts wird Pavel erforschen, wie sich die Wechselbeziehungen zwischen den Zellen des frühen Embryos, dem Dotterbestandteil der Eizelle und der Anheftung der Zellen an die umgebende Eihülle auf die Morphogenese der Gastrulation auswirken. Die Gastrulation ist ein entscheidender Prozess während der frühen Entwicklung aller Tiere, der einen ersten Blick auf die Form und Gestalt ermöglicht, die das Tier letztendlich erhält. Sie ist Gegenstand intensiver Forschung, und in den letzten Jahrzehnten wurde deutlich, dass es eine enorme Vielfalt an Möglichkeiten gibt, wie verschiedene Spezies die Gastrulation erzielen. Trotz dieser Entwicklungsvielfalt ist relativ wenig darüber bekannt, wie sich der Gastrulationsprozess im Laufe der Evolution entwickelt hat. Pavel und seine Gruppe werden sich daher zwei Insektenembryonen, Drosophila und des roten Mehlkäfers Tribolium, vergleichen, die auffallend unterschiedliche Gewebeströme und -faltungen während der Gastrulation aufweisen. Dieses Forschungsprojekt wird eine Brücke zwischen zwei relativ isolierten Disziplinen schlagen – der Evolution der Entwicklung und der mechanistischen Gewebemorphogenese – und neue Erkenntnisse darüber liefern, wie Lebewesen die Darwin‘sche „endlose Fülle schönster Formen“ erreichen.

Der Präsident des ERC, Professor Mauro Ferrari, kommentierte: „Ich freue mich, eine neue Runde von Fördermitteln des ERC bekannt zu geben, die Spitzenforschung und Pionierforschung ermöglichen und Europa und der Welt helfen sollen, besser für die Zukunft gerüstet zu sein. Das ist die Rolle der Grundlagenforschung. Diese hochrangigen Forscherinnen und Forscher werden in einem breiten Spektrum von Fachgebieten neue Wege beschreiten, auch im Bereich der Gesundheit. Ich wünsche ihnen bei diesem Vorhaben alles Gute und möchte in dieser Zeit der Krise die heroische und unschätzbare Arbeit der gesamten wissenschaftlichen Community würdigen.“

In diesem Jahr gingen beim ERC 1.881 Anträge ein, im Vergleich zu 2.052 im Wettbewerb 2018. Die höchste Zahl von Anträgen wurde im Bereich der Physik- und Ingenieurwissenschaften (839) eingereicht, gefolgt von den Lebenswissenschaften (542) und den Sozial- und Geisteswissenschaften (500). Fast 21 % der Anträge wurden von Frauen gestellt. Die neuen Forschungsprojekte werden nicht nur die europäische Forschungsbasis stärken, sondern auch zur Schaffung von rund 1.800 neuen Arbeitsplätzen für Postdocs, Doktoranden und andere Forschungsmitarbeiter beitragen. Von den 185 erfolgreichen Grants gingen sechs an Max-Planck-Forscher. Die Mittel in Höhe von insgesamt 450 Millionen Euro ermöglichen es den in Europa ansässigen leitenden Forschern, ihre innovativen Ideen zu verfolgen und Pionierforschung mit möglicherweise bahnbrechenden Wirkungen auf Wissenschaft und Gesellschaft zu verwirklichen.

Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger!

Pressemitteilung des ERC

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft