Förderung für Genregulierung im nuklearen Raum

Nadine Vastenhouw erhält ERC Consolidator Grant

Nadine Vastenhouw © MPI-CBG

Der Europäische Forschungsrat (ERC) gab heute die Preisträger des diesjährigen Consolidator-Grant-Wettbewerbs für ambitionierte Forscher im Mid-Career-Bereich bekannt. 327 Preisträgerinnen und Preisträger, die mit den Consolidator-Grants 2020 des ERC ausgezeichnet wurden, können nun damit an Forschungszentren in ganz Europa großen wissenschaftlichen Fragen nachgehen. Nadine Vastenhouw, derzeit Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden, hat einen dieser Consolidator-Grants erhalten. Die Förderung ist Teil von Horizon 2020, dem aktuellen Forschungs- und Innovationsprogramm der EU. Die Preisträger erhalten insgesamt 655 Millionen Euro. Mit dieser Unterstützung werden die Forschenden in der Lage sein, ihre Teams zu festigen und weitreichende Impulse zu geben. Die ERC Consolidator Grants werden an herausragende Forscher jeder Nationalität und jeden Alters vergeben, mit mindestens sieben bis zwölf Jahren Erfahrung nach ihrer Promotion und einer bereits vielversprechenden wissenschaftlichen Karriere.

Nadines Forschungsgruppe wird im Januar 2021 an die Université de Lausanne wechseln, wo Nadine als außerordentliche Professorin tätig sein wird. Sie erhält die Förderung für ihr Projekt „Understanding gene regulation in nuclear space.“ Nadine erläutert: „Es ist mittlerweile bekannt, dass der Zellkern (Nukleus) nicht einfach ein ungeordneter Haufen aus DNA und Transkriptionsfaktoren ist. Stattdessen sind sowohl das Genom als auch die Maschinerie, die es transkribiert, im nuklearen Raum des Zellkerns höchst organisiert. Wie diese Ordnung entsteht und wie sie sich auf die Genregulierung auswirkt, ist bisher ungeklärt. Wir werden uns den Beginn der Transkription in Zebrafisch-Embryonen anschauen, um zu untersuchen, wie die Transkriptionsmaschinerie und die Gene im nuklearen Raum zusammenfinden, um die Transkription zu regulieren.“

Herzlichen Glückwunsch, Nadine!

Der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow: "Ich gratuliere Frau Vastenhouw herzlich zu dieser renommierten Anerkennung ihrer Forschungen. Die europäische Forschungs- und Innovationsförderung ist ein unverzichtbarer Faktor für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung sowohl für Sachsen als auch ganz Europa. Aus dem laufenden Forschungsförderprogramm der EU Horizont 2020 sind seit 2014 fast 500 Millionen Euro an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Sachsen geflossen. Nur gemeinsam können wir uns in Europa für den globalen Wettbewerb wappnen und an den Lösungen für die drängenden Herausforderungen arbeiten."

37 % der Stipendien wurden an Forscherinnen vergeben, der höchste Anteil seit Beginn des Consolidator-Förderprogramms. Insgesamt lag die Erfolgsquote für Frauen bei 14,5 % und für Männer bei 12,6 %. Im Bereich „Physikalische Wissenschaften“ und „Ingenieurwesen“ übertraf die Erfolgsquote der Frauen die der Männer: Sie betrug 16,9 % für Frauen und 12 % für Männer. Im Bereich Biowissenschaften erhielten Frauen 15 % und Männer 12,9 % der Förderungen.

Über den ERC
Der Europäische Forschungsrat, wurde 2007 von der Europäischen Union eingerichtet und ist die erste europäische Förderorganisation für exzellente Pionierforschung. Jedes Jahr wählt der ERC die besten und kreativsten Forscher aus und fördert sie, um Projekte in Europa durchzuführen. Der ERC bietet vier Hauptförderungsprogramme an: Starting, Consolidator, Advanced und Synergy Grants. Mit seinem zusätzlichen Proof-of-Concept-Förderprogramm hilft der ERC den geförderten Forschern, die Lücke zwischen einer bahnbrechenden Entdeckung und der frühen Phasen der Kommerzialisierung zu überbrücken. Bis heute hat der ERC etwa 9.000 Spitzenforscher in verschiedenen Stadien ihrer Karriere sowie über 50.000 Postdoktoranden, Doktoranden und andere Mitarbeiter in ihren Forschungsteams gefördert.

Pressemitteilung des ERC

Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus