Von Bangalore nach Dresden

Erste Postdoktorandin im Fellowship-Programm des International Lipid Research Center

© MPI-CBG

Ruchi Jhonsa ist die erste Postdoktorandin des Postdoctoral Fellowship Programs des International Lipid Research Center (ILRC). Sie verbrachte ein Jahr im Forschungslabor von Elisabeth Knust, nachdem sie ein Jahr in der Gruppe von Prof. Raghu Padinjat am National Centre for Biological Sciences (NCBS) in Bangalore (India), dem Partner Institut des ILRC verbracht hat. In diesem Interview spricht sie über ihre Erfahrungen am MPI-CBG.  

Die Max-Planck-Gesellschaft gründete das ILRC im Jahr 2011, um die Expertise von zwei der führenden Institutionen für Lipid- und Zellmembranforschung, dem MPI-CBG Dresden und dem NCBS Bangalore, zu bündeln. Das gemeinsame biologische Expertenwissen und die einzigartige Ausstattung eröffnen neue Möglichkeiten, die Grundlagen- und biomedizinische Forschung sowie die Entwicklung neuer Technologien und Analysemethoden voranzutreiben. Die Forschung am ILRC konzentriert sich auf das komplizierte Zusammenspiel zwischen den Lipiden bzw. zwischen Lipiden und Proteinen in zellulären Membranen, sowohl in der lebenden Zelle als auch in rekonstituierten Modellsystemen zu erfassen.

Ruchi, warum hast Du Dich für das Programm beworben?

Bevor ich hierherkam, habe ich Eli Knust in Indien getroffen. Sie besucht Indien öfter. Sie hielt einen Vortrag über ihre Forschung, und ich fand es sehr faszinierend. Ich hatte die Möglichkeit, mit ihr zu reden und ihr mein Forschungsposter zu zeigen. Ich sagte ihr, dass mir ihr Projekt sehr gut gefällt und dass ich mir vorstellen könnte, mit ihr zusammenzuarbeiten. Dann sah ich, dass es eine Möglichkeit gab, am Postdoktoranden-Programm des International Lipid Research Center teilzunehmen. Also habe ich mich dafür beworben. Das gemeinsame Projekt, das ich plante, bezog Elis Forschung und die des Forschungsgruppenleiters in Bangalore gleichermaßen mit ein.

Außerdem wollte ich mehr darüber erfahren, wie Wissenschaft woanders funktioniert. Ich war für meine Doktorarbeit in Indien und wollte sehen, wie es woanders ist. Ich habe von meinen Kollegen in Bangalore viel über das MPI-CBG gehört und wollte die Kultur und Begeisterung dieses Ortes erleben.

Wie war deine Zeit am MPI-CBG und in Dresden?
Meine Zeit hier war toll. Als ich ankam, hatte ich ein wenig Angst, weil es mein erster Aufenthalt außerhalb meines Heimatlandes war. Aber als ich dann hier war, hatte ich wunderbare Vermieter. Sie haben mein Leben einfacher gemacht. Sie zeigten mir viele Orte in Dresden und Umgebung. Ich bekam auch viel Hilfe vom Internationalen Büro des MPI und von Solveig, Eli‘s Assistentin, und natürlich von meiner Chefin Eli selbst.

Ich arbeite mit Fruchtfliegen, und am MPI-CBG sind tolle Kollegen, die sich mit den Fliegen auskennen. Das hat mein Leben einfacher gemacht. Wenn ich zu einer Konferenz reiste, schauten sie nach meinen Fliegen und hielten sie bei Laune. Meine Postdoktoranden-Kollegen halfen mir bei verschiedenen Techniken, zum Beispiel z. B. der Mikroskopie und dem Laboralltag. Das alles ermöglichte es mir, spannende Forschungsfragen zu beantworten.

Ich hatte auch großartige Freunde hier. Am Anfang hatte ich Angst, dass ich mich einsam fühlen würde, aber das ist nie passiert. Ich war immer von Menschen umgeben und es gab so viel zu tun und zu entdecken. Ich habe unter anderem auch beim Schulprojekt und bei der Dresdner Langen Nacht der Wissenschaft mitgemacht. Das hat mich auf Trab gehalten. Mir hat auch die „Meet the Speaker“ Session nach dem Freitagsseminar sehr gefallen. So etwas gab es in Indien nicht. Es ist eine gute Gelegenheit, sich zu treffen und mit anderen über Wissenschaft und andere Themen zu diskutieren. Am MPI-CBG herrscht eine sehr familiäre und angenehme Atmosphäre!