Nachrichtendetails“Science goes to School” erhält den Sächsischen IntegrationspreisDas Projekt “Science goes to School” von Dresdner Doktoranden wurde mit dem Sächsischen Integrationspreis 2011 (3. Platz) ausgezeichnet. Der Preis wurde 2009 von der Staatsministerin Christine Clauß und dem Sächsischen Ausländerbeauftragten Prof. Martin Gillo ins Leben gerufen und wird jährlich an Vereine verliehen, die den Respekt vor Menschen aus anderen Kulturen fördern und ein vielfältiges gemeinsames Leben gestalten. Bei einer Zeremonie im Sächsischen Landtag unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler nahmen die Projektmitglieder die Auszeichnung entgegen. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Dieses Jahr gab es 43 Bewerbungen. Bei dem Projekt “Science goes to School” wollen Doktorandinnen und Doktoranden aus dem Bereich der Biologie und des Bioengineering junge Menschen in Dresden neugierig für wissenschaftliche Fragen machen sowie ihre Kompetenz im Umgang mit anderen Kulturen und Nationen stärken. Dazu gehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Schulen und führen in zwei Unterrichtseinheiten kleine Experimente in einem Experimentierkarussell mit den Schülerinnen und Schülern durch; sowohl das Ausführen der Arbeiten wie auch die Vermittlung der Sachinhalte finden auf Englisch und in multinationalen Teams statt. Trauriger Auslöser für das Projekt war die Ermordung von Marwa El-Sherbini im Sommer 2009. “Uns Doktoranden wurde schnell klar, dass wir als Forscher – die wir auf Spezialisten aus aller Welt angewiesen sind und täglich global kooperieren – etwas dazu beitragen können und müssen, um die Stadt toleranter zu machen. Wir wollen zeigen, dass Offenheit und Neugier Grundvoraussetzung für Erfolg sind – in der Wissenschaft, aber auch in der Gesellschaft. Die Ideen von Menschen zählen, nicht ihre Herkunft oder ihr Aussehen”, so Marcus Jahnel, ein deutscher Doktorand am MPI-CBG und einer der Initiatoren des Projekts. Der erhobene Zeigefinger ist nicht, was die jungen Forscher wollen, sondern vorgelebter Respekt: “Jugendliche brauchen positive Vorbilder, um Toleranz zu erlernen”. Avinash Chekuru aus Indien engagiert sich in dem Projekt, weil er Wissen weitergeben will und mit anderen Menschen interagieren will: “Auch können wir junge Menschen für Wissenschaft begeistern – diese Erfahrung hat mir in der Schule gefehlt. Anja Glenk aus Deutschland gefällt besonders der Teamspirit aller Beteiligten: “Das Projekt entstand aus der Basis – wir haben nicht lange diskutiert, sondern einfach was getan. Auch jetzt ist die Organisation des Projekts noch sehr locker – und trotzdem funktioniert alles.” Die Portugieserin Vanessa Carlos fügt hinzu: “Wir können zeigen, wie viel Spaß es macht, in einem multikulturellen Umfeld zu arbeiten”. Alle Experimente laufen komplett auf Englisch ab: “Wir müssen alle eine gemeinsame Sprache mit den jungen Menschen finden, buchstäblich wie auch bildlich, und das ist eine tolle Herausforderung”, sagt Madina Karimova, Doktorandin aus Russland. “Das Thema Wissenschaft kann dabei helfen, das Eis zu brechen zwischen uns ausländischen Forschern und den deutschen Schülerinnen und Schülern, und sie erfahren, wie wir arbeiten und wie wir nach Dresden kamen.” Aber auch Spaß soll das Projekt machen: “Es ist super, Jugendliche für Wissenschaft zu begeistern und ihnen ein bisschen was von dieser verrückten Welt zu zeigen, von der sie so gar keine Vorstellungen haben”, so umschreibt es Sebastian Dunst, der auch aus Deutschland kommt. Das kann auch der Anfang für Veränderung sein: “Wenn wir was verändern wollen, dann müssen wir raus aus dem Elfenbeinturm und die Menschen erreichen!”, sagt Vanessa Carlos.
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