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Neue Ursache für Bluthochdruck entdeckt Geposted am: 01.10.09 12:24, Alter: 3 yrs

Von: Florian Frisch

Ernährungsumstellung bringt Abhilfe

Forscher der Medizinischen Klinik und Poliklinik 3 des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus und des Max Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden haben herausgefunden, dass Bluthochdruck-Patienten einen Mangel an speziellen Blutfetten haben. Eine gezielte Ernährung, die den Speiseplan um Sojabohnen und Fischrogen erweitert, soll in Zukunft dazu beitragen, den Fetthaushalt auszugleichen und damit dem Bluthochdruck entgegen zu wirken.
 
Zehn bis 50 Prozent der Gesamtbevölkerung in den Industrieländern leiden an Bluthochdruck - in der Fachsprache heißt das arterielle Hypertonie. Daran erkrankt ist, wer dauerhaft einen Blutdruck von über 140 (mmHg) zu über 90 (mmHg) hat. Die Langzeitschäden von Bluthochdruck sind vielfältig und reichen von der koronaren Herzkrankheit über Herzinfarkte und Nierenversagen bis zum Schlaganfall. Die meisten Todesfälle in den Industrieländern sind durch diese Folgeschäden des Bluthochdrucks bedingt. Als Auslöser für Bluthochdruck gibt es verschiedene Ursachen wie Störungen des Hormon- oder des Herz-Kreislaufsystems sowie vorangegangene Nierenschäden.    
 
Eine Forschergruppe der Medizinischen Klinik und Poliklinik 3 des Universitätsklinikums Dresden hat jetzt unter der Leitung von Klinikdirektor Prof. Dr. Stefan R. Bornstein und Prof. Dr. Jürgen Gräßler gemeinsam mit einem Wissenschaftlerteam des Dresdener Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik unter der Leitung von Dr. Andrej Shevchenko eine weitere - und vielleicht entscheidende - Ursache der Hypertonie entdeckt. Die Dresdener Forscher analysierten die Blutfette von Patienten, die an starkem Übergewicht, erhöhtem Blutzucker, gestörtem Stoffwechsel und/oder an Bluthochdruck litten. Für die Analyse der Fettprofile nutzten die Dresdener Forscher die Massenspektrometrie, ein Verfahren, mit dem sich Struktur und Zusammensetzung von Substanzen – in diesem Fall die Blutfette – erkennen lassen. Außerdem ermöglicht die Methode eine schnelle Blutanalyse vieler Patienten.
 
Das Ergebnis der Untersuchung ist eindeutig: Alle Bluthochdruck-Patienten zeigten einen Mangel an einer speziellen Gruppe von Fetten, den sogenannten Etherphospholipiden. Damit könnte das Dresdener Forschungsergebnis zukünftig Hoffnung für Bluthochdruckpatienten bringen. Denn, so Prof. Gräßler, „eine spezielle Ernährung mit Produkten aus Sojabohnen, Saflor (wilder Safran), Eiern und Fischrogen, die den Mangel an Etherphospholipiden im Körper ausgleicht oder deren Synthese anregt, könnte der Bluthochdruck-Erkrankung aktiv entgegenwirken.“
 
 
Weitere Informationen:
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Medizinische Klinik und Poliklinik 3
Prof. Dr. med. Jürgen Gräßler
Tel.: +49 0351 458 3230
Fax: +49 0351 458 5330
Juergen.Graessler@uniklinkum-dresden.de