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Stellungnahme des Instituts anlässlich der offiziellen Trauerfeier zum Gedenken an Marwa El-Sherbini Geposted am: 10.07.09 20:59, Alter: 3 yrs

Von: Florian Frisch

"Wir sind geschockt und zutiefst bestürzt"

Stellungnahme anlässlich der offiziellen Trauerfeier zum Gedenken an
Marwa El-Sherbini
Dresden, 11. Juli 2009



Wir sind geschockt und zutiefst bestürzt über den Mord an Marwa El-Sherbini. Ihr Mann Elwy Okaz arbeitet als Wissenschaftler an unserem Institut und wurde schwer verletzt, als er versuchte, ihr zu helfen. Wir können nicht ansatzweise ermessen, was er und seine Familie durch diesen Verlust erleiden.

Marwa kämpfte um ihr Recht. Sie wehrte sich gegen rassistische Anfeindungen. Deshalb ist es besonders tragisch, dass sie Opfer eines rassistisch motivierten Mordanschlags wurde.

Marwa war ebenfalls Wissenschaftlerin. Sie hat als Pharmazeutin in Dresden gearbeitet und die Forschung ihres Mannes an unserem Institut ermöglicht. Der Tod dieser mutigen Frau, liebevollen Mutter und Ehefrau ist für uns unfassbar. Das Institut tut im Moment alles, um Elwy und seiner Familie beizustehen und wird das auch weiterhin tun.

Unser Max-Planck-Institut ist eine große wissenschaftliche Familie, die 45 Nationen vereint. Wissenschaft an sich ist immer eine internationale Unternehmung. Für Wissenschaftler sind Ideen wichtig; Nationalität, Religion oder Hautfarbe hingegen spielen keine Rolle. Wie überall führt Wissenschaft auch hier in Dresden nur dann zum Erfolg, wenn die Besten aus aller Welt zu uns kommen. In Dresden konnte nur deshalb eine so große wissenschaftliche Community entstehen, weil begabte Leute aus anderen Ländern sich entschieden haben, hier zu arbeiten, und weil die Menschen in Dresden offen und tolerant sind.

Der Anschlag auf Marwa trifft mitten ins Mark des internationalen Geistes, den wir in Dresden brauchen. Wir sind uns bewusst über die Tragweite, die diese schreckliche Gewalttat für Ausländer haben muss. Dennoch oder gerade deshalb werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass ausländische Wissenschaftler nach Dresden kommen.

Unser Gedanken sind bei Marwas Familie.