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Blinde Fische und die Wahrheit über Wissenschaftler Geposted am: 08.11.11 12:31, Alter: 190 days

Von: Florian Frisch

Seniorenakademie seminar series

Auch dieses Semester bietet das Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik im Rahmen der Seniorenakademie Dresden eine Vortragsreihe für die Öffentlichkeit unter dem Titel "Mikrokosmos Zelle" an. 

Alle Vorträge werden auf Deutsch gehalten und finden von 14:30–15:30 Uhr im Auditorium des MPI-CBG statt. Die Themen finden Sie unten aufgelistet.

Alle Interessierten sind ganz herzlich willkommen!


11. Oktober 2011

Vineeth Surendranath
Ein Leben als Wissenschaftler – Mythen und Wahrheiten
Er hat zerstrubbelte graue Haare, ist also älter und natürlich männlich, er trägt selbstverständlich einen weißen Kittel und hantiert mit gefährlich blubbernden Flüssigkeiten in Reagenzgläsern herum. Dazu reißt er die Augen etwas wild auf, man sieht ihm an: Er ist ein Genie nahe am Wahnsinn.

Die stereotypen Vorstellungen über „den Wissenschaftler“ beinhalten viele Mythen, sicherlich aber auch hier und da ein Fünkchen Wahrheit. Ein Forscher gibt Ihnen während dieses Vortrags einen Einblick in seinen Alltag und den seiner Kollegen, und erzählt über Arbeitsabläufe, Karrierestrategien und Frustrationsfallen. Ein intimer Blick hinter die Kulissen von Wissenschaft.

8. November 2011
Robert Wieduwild
Gewebezüchtung (Tissue Engineering) und Unterstützung der natürlichen Regeneration des Körpers
Wenn eine Herzarterie verstopft und einen Herzinfarkt verursacht, können dadurch Gewebeschäden verursacht werden. Als Folge davon stirbt ein Teil des Herzens durch Unterversorgung ab. Ein Bypass kann die Folgen mindern, jedoch verstopft dieser auch wieder über die Zeit. Ein Ziel neuester Forschung ist es, den Körper dazu anzuregen selbst neue Gefäße auszubilden, welche nicht dem Problem der erneuten Verstopfung unterliegen. Das zu Grunde liegende Prinzip lässt sich auch im Labor anwenden, um aus körpereigenen Zellen neue Gewebe zu züchten.

13. Dezember 2011
Kristin Franke
Epo – mehr als Doping
Erythropoietin (Epo) taucht vielfach in der Presse auf, und das meist mit negativen Schlagzeilen. Radsportler wie Jan Ulrich und Erik Zabel oder die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein sind nur einige Namen auf einer langen Liste von Sportlern, die des Blutdopings bezichtigt und/oder überführt wurden. Epo ist ein körpereigenes Hormon, das die Bildung der roten Blutkörperchen antreibt. Führt man es von außen zu, wird künstlich der Anteil der roten Blutkörperchen erhöht. Dadurch kann die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgt werden, wodurch die Leistungsfähigkeit erhöht wird. Epo ist aber nicht nur Doping! Und wirkt nicht nur auf die roten Blutkörperchen!

Der Vortrag berichtet über die Arbeiten zur Wirkung von Epo auf das Immunsystem, das Gehirn und auf Wundheilungsprozesse und zeigt, dass Epo nicht nur zum Dopen da ist.

17. Januar 2012
Marta Luz
Von blinden Fischen und Fliegen – Über die Netzhautdegeneration
Mutationen im Gen crb1 werden beim Menschen mit Erkrankungen in Verbindung gebracht, die zur Auflösung der Netzhaut und zur Erblindung führen. Der Vortrag beleuchtet, welche Rolle dieses Gen bei der Verhinderung einer Netzhautdegeneration spielt. In den Laboren wird dazu mit Fruchtfliegen und dem Zebrafisch gearbeitet und untersucht, wie das Crb-Protein in den Fotorezeptoren, also den lichtempfindlichen Sinneszellen, genau funktioniert.