Tour

Das Hauptgebäude mit Eingangsbereich Die Lage

Das MPI-CBG befindet sich nur wenige Kilometer vom historischen Stadtzentrum Dresdens entfernt, zwischen der Medizinischen Fakultät der TUD und dem Villenviertel Dresden-Blasewitz. Auf der Fläche des Instituts nahe der Elbe befand sich ehemals ein Straßenbahndepot. Das lang gestreckte, schmale Gelände lieferte den Rahmen für die architektonische Grundaussage: Der Gebäudekomplex ähnelt einer Geraden bzw. einer genetischen Karte.

Die Architekten

Als federführende Architekten wurden zusammen mit dem deutschen Architekturbüro HENN die finnischen Weltklasse-Architekten Mikko Heikkinen und Markku Komonen beauftragt.

Der Haupteingang Die Errichtung

Die Errichtung des Gebäudes erfolgte in Rekordzeit. Sie begann im Frühjahr 1999 und wurde Ende 2000 abgeschlossen. Seit Februar 2001 arbeiten nun Wissenschaftler aus über 40 Ländern zusammen unter einem Dach. Die feierliche Eröffnung durch den Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Herrn Prof. Hubert Markl, in Anwesenheit von Bundeskanzler Schröder als Ehrengast erfolgte im März 2002.

Das Gebäude

Die Gesamtfläche umfasst 24.162 m². Das MPI-CBG ist in drei Hauptkomponenten untergliedert: den Hauptlaborkomplex (20.541 m²), das Funktionsgebäude (2.678 m²) und ein Gästehaus für Gastwissenschaftler und -studenten (943 m²). Die Gesamtkosten beliefen sich auf 55 Millionen Euro.

Die Idee

Ziel war es, ein Gebäude auf höchstem Niveau in Bezug auf die technische und praktische Auslegung der Labors zu schaffen, das gleichzeitig Synergien schafft, Zusammenarbeit und Gemeinschaft fördert.

Das Atrium Der Innenbereich

Das Laborgebäude besteht aus acht internen Komplexen, so genannten Homebases, von jeweils 1.100 m², die alle in ein großes zentrales Atrium münden, welche als Kommunikationszentrum dient. Im Erdgeschoß befinden sich die Cafeteria und der Speisesaal mit Blick in den hinteren Gartenbereich. Die Bibliothek, das Auditorium und die Verwaltungseinheiten schließen sich direkt an.

Das Atrium des Instituts beherbergt ein Werk des Schweizer Künstlers George Steinmann, dessen Ansatz es war, die wissenschaftliche und kulturelle Rolle des Instituts zu interpretieren. Sein Ergebnis ist ein mehrteiliges und mehrschichtiges Kunstwerk namens "Metalog" mit einer Videoprojektion für drei Bildschirme. Das Bildmotiv ist eine Flechte, ein symbiotischer Organismus, der als Metapher für die gegenseitige Wechselwirkung gilt, die in der wissenschaftlichen Forschung von besonderer Bedeutung ist. Diese Bilder befinden sich an der Wand des Atriums.

Der Fußboden im Erdgeschoß ist aus deutschem Sandstein mit Fossilieneinlagerungen gefertigt, die beiden Aufzugstürme und die Übergänge bestehen aus glattem Beton; Flure und Treppen der angrenzenden Foyers sind in Eiche gehalten.

Eine Piazetta in einem der oberen Stockwerke

Die Verkleidung der Hauptwendeltreppe, die einen DNS-Strang symbolisiert, besteht aus perforiertem Aluminiumblech. Kern des Gebäudes ist die Mittelhalle mit ihren mit der das natürliche Licht regulierenden und Transparenz verheißenden Außenfassade kontrastierenden Betonflächen.

Das Laborgebäude ist in Homebases aufgegliedert, denen jeweils mehrere wissenschaftliche Gruppen angehören.

In den acht Forschungsgruppen je Stockwerk (4 pro Homebase: 3 Forschungsgruppen, 1 Direktoren-Gruppe) teilen sich die Wissenschaftler einen gemeinsamen Bürokomplex entlang der Fensterwand und ein großes Labor dahinter, das durch eine Glaswand abgetrennt wird. So sind helle und luftige Labors entstanden, während die mit Schreibarbeiten Beschäftigten sich immer noch als Teil ihres üblichen Arbeitsumfeldes fühlen können.

Reagenzgläser und Nährlösungen werden von der zentralen Medien- und Spülküche im 1. Stock angeliefert. Die Entsorgung von Gentechnikabfällen erfolgt über einen zusätzlichen Dampfsterilisator im Keller. Dort befinden sich auch die Lager für Chemikalien, Verbrauchsgüter und Abfälle sowie Bereiche für Fische, Frösche und Fliegen.

Die Haupttreppe
Das Funktionsgebäude (links) und das Hauptgebäude Der Außenbereich

Zur Markierung des Eingangsbereichs haben die Architekten eine segelförmige Überdachungen angebracht.

Die beiden Längsseiten des tiefblauen, metallkaschierten Gebäudes werden dominiert von einem grünen Metallgitter, das hilft, die Erwärmung durch Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Die architektonische Aussage des Gitters nimmt Bezug auf seine kinetische Wirkung, die das Gebäude immateriell und lebendig erscheinen lässt. Seitlich gesehen, wird nur die grüne Oberfläche des Gitters sichtbar, betrachtet man es von vorn, tritt das tiefblaue Metall hervor. Läuft man an dem Gebäude entlang, kann man den Wechsel von Farbe und Licht erleben.

Die Landschaftsgestaltung von Barbara Petzold erfüllt ihren Zweck sehr gut mit den Pflanzungen als verbindendes Element zwischen den Gebäuden. Natur wurde hier in Form von thematisierten Gärten arrangiert. Der Steingarten verbreitet ein Gefühl von Ruhe, Regenwasser vom Dach wird in einen zellförmigen Teich geleitet und über Spezialfilter gereinigt – Wasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen. Die Holzterrasse vor der Cafeteria gibt jedem Gelegenheit zum Entspannen und zum Gedankenaustausch.

Das MPI-CBG-Gebäude ist zu einem wichtigen Pluspunkt für unser Institut geworden. Es wurde in den Zeitschriften "The Scientist", "Nature" sowie im "Architectural Record" als ein Wahrzeichen vorgestellt. Was kann man sich mehr wünschen!

Sind Sie an einer geführten Tour durch das MPI-CBG interessiert?
Dann setzen Sie sich mit uns in Verbindung unter info@mpi-cbg.de

Das Hauptgebäude