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science & society

Science Cafés

In lockerer Atmosphäre, bei Kaffee, Bier oder Wein und kleinen Snacks, diskutieren Experten und Laien auf einer Ebene über aktuelle und brisante Themen. Es gibt kein Podium, und es gibt keine begrenzten Fragemöglichkeiten - der Dialog entspinnt sich den ganzen Abend, open end, an allen Tischen.

Das Science Café wurde Ende 2004 ins Leben gerufen und war einige Jahre im Restaurant Lingner beheimatet. Seit 2012 ist das Format eine Kooperation mit dem Dresdner Club GrooveStation und findet dort statt.

Die aktuellen Themen und Gäste finden Sie in den News.

 

Vorträge

Helen Pynor: "Landscapes of the Interior: Crossing the Divide between Art and Science".

Helen Pynor wurde mit dem Ars Electronic Prize ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in London und Australien. Mehr Informationen zu ihren Werken und ihrer Biographie unter www.helenpynor.com

Jonathan Knowles: "The Molecular Personalisation of Science and Medicine - Current Status and future prospects".

Wie wär es, wenn wir von jedem Patienten ein indivduelles Profil seiner genetischen Disposition erstellen, um dementsprechend Krankheiten besser vorbeugen zu können, um sie schneller zu erkennen, oder im Krankheitsfall mit individuellen Therapien gezielter gegen die Ursachen vorgehen zu können? Solch maßgeschneiderte Medizinversorgung ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern eine zum Greifen nahe Vision. Wo allerdings liegen die Gefahren? Wo sind die Grenzen? Was sind nicht erfülllbare Versprechen? Kann sich jeder in Zukunft seine personalisierte Medizin leisten - und wer verdient daran?

BRUCE ALBERTS, "Science and the World's Future".

Welche neuen Möglichkeiten haben Forscher heute, welche Herausforderungen und Risiken bringen neue Technologien mit sich? Wie werden Wissenschaft und Technologie unser Leben in Zukunft verändern? Was sind die Gründe, wenn Fortschritt behindert wird? Wie sieht die Forschungslandschaft in 20 Jahren wohl aus?

 

IAN BALDWIN, Direktor der Abteilung für Molekulare Ökologie am Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie, betitelte seinen Vortrag über die Komplexität von ökologischen Systemen mit einer Metapher, die die Dringlichkeit eines Umdenkens und Handelns versinnbildlichen soll: "Ecology's future mission: Salvaging books from the burning library". 

HELGA NOWOTNY, Vize-Präsidentin des Europäischen Forschungsrates, emeritierte Professorin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und GIUSEPPE TESTA, Leiter des Labors für Stammzellepigenetik am Europäischen Institut für Onkologie (IEO) präsentierten im März 2010 ihr Buch "Die gläsernen Gene. Die Erfindung des Individuums im molekularen Zeitalter". 

Die atemberaubende Entwicklung der Biomedizin und Gentechnologie stellt die Gesellschaft vor ganz neuen Zukunftsfragen und Herausforderungen: Was ist Leben? Was ist natürlich? Was heißt Gemeinschaft und was Individuum? Wer entscheidet über die angemessenen Regulierungsmechanismen in Recht und Ethik, wenn das Individuum von morgen heute erfunden wird?

Die Österreicherin Helga Nowotny, die als die "grande Dame" der Wissenschaftsforschung in Europa gilt, und der italienische Molekularbiologe Giuseppe Testa, der viele Jahre am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden gearbeitet hat, sind die Autoren des 2009 in der edition unseld des Suhrkamp Verlages herausgegebenen Bandes. Die Buchpräsentation fand in einer Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum und dem Suhrkamp Verlag statt.

Mit seinem 1984 erschienen Buch "Tödliche Wissenschaft" hat BENNO MÜLLER-HILL, emeritierter Professor am Institut für Genetik der Universität zu Köln, einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Wissenschaftsgeschichte, speziell im Nationalsozialismus, geliefert.
In seinem Vortrag über "The Bad Past of Human Genetics in Germany" am MPI-CBG im März 2005 wird Müller Hill auch die gesellschaftlichen und philosophischen Herausforderungen umreißen, vor die uns die Fortschritte der modernen Molekulargenetik stellen. Was sind für heutige Wissenschaftler die Lehren, die man aus dieser Geschichte ziehen kann? Was sind Verhaltensregeln für einen Wissenschaftler, wenn er sich an moralische und ethische Grenzen begibt? Wie sieht die Verantwortung eines Wissenschaftlers aus?

CARL DJERASSI, Professor Emeritus der Chemie an der Stanford University, wurde vom Forum on Science & Society nach Dresden eingeladen, um über "Sex in an Age of Mechanical Reproduction" zu sprechen.

Djerassi ist bekannt durch seine Pionierarbeit bei der Entdeckung der Anti-Baby-Pille in den 50er Jahren; in letzter Zeit hat er vor allem literarische Arbeiten geschrieben, die sich mit dem Einfluss der modernen biomedizinischen Forschung auf die Gesellschaft – sowie der umgkehrten Richtung – beschäftigen.

Die ehemalige Redakteurin von Cell Press, VIVIAN SIEGEL, jetzt Geschäftsführerin der Public Library of Science (PLoS), thematisierte in ihrer Dresdner Rede den öffentlichen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen.
Sie präsentierte ein Modell, umgesetzt von der mittlerweile etablierten Zeitschrift PLoS, das die Publikation fundierter wissenschaftlicher Arbeiten aus dem Bereich Natur und Wissenschaft und den kostenlosen Zugang zu diesen Information im Internet propagiert - Open Access.

MASSIMO BUCCHI, Sozialwissenschaftler an der Universität in Trento, Italien, und einer der aktivsten Akademiker auf dem Gebiet Öffentlichkeitsarbeit im Feld der Biowissenschaften, beschäftigte sich in seinem Vortrag 2004 in Dresden mit der Frage, ob Gentechnik helfen könne, Kommunikation grundlegend zu überdenken. Bucchi benutzte dabei die Doppelhelix als Modell und Metapher für die Zusammenhänge von Forschung und Öffentlichkeit.

SUZANNE ANKER, lehrt Kunstgeschichte an der School of Viusal Arts in New York. Im Dezember 2004 sprach sie am MPI-CBG über "The Molecular Gaze: Art in the Genetic Age" und gab dabei einen Überblick über die Reflexion von moderner biologischer Foorschung in  der zeitgenössischen Kunst. Ein Buch mit dem selben Titel hat sie 2004 gemeinsam mit Dorothy Nelkin veröffentlicht.

Events

Im März 2005 präsentierte Science & Society in Kooperation mit der kleinen szene der Semperoper Dresden und mit freundlicher Unterstützung der Merck KgaA eine szenisch gelesene Aufführung von Carl Djerassis »Kalkül« in der kleinen szene der Semperoper Dresden.

Das Lesedrama, das just am Vorabend seine Europa-Premiere in Berlin erfuhr, behandelt den 1710 eskalierten Streit zwischen Sir Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz darüber, wer Erfinder der Differentialgleichung ist. Der Vorwurf des Plagiats wird zu einem der größten Skandale der Wissenschaft. Schauplatz des Streites ist die Royal Society in London, eine Versammlung der angesehensten Wissenschaftler ihrer Zeit. Doch die Mitglieder der Royal Society werden zu machtlosen Zuschauern, von Newton geschickt manipuliert.

In »Kalkül« lässt Carl Djerassi Zeitgenossen von Leibniz und Newton sprechen. In der Auseinandersetzung mit dem historischen Streit wirft er Fragen auf, die auch heute noch Gültigkeit haben: Was ist Erfinderschaft? Was bedeutet es, Erfinder zu sein? Wie gehen Wissenschaftler miteinander um?

Agoras

Adam Liska: University-industry collaborations and the harnessing of academic science.